Mövenpig wegboßeln – Polizeiliche Repression, Aufent­halts­verbote, Gefahrengebiete wegboßeln

Link zum Flugblatt:  19. August 2011 – Boßeln im Schanzenpark

Im Januar 2005 wurde mit dem Bau des 4-Sterne-Luxushotels im Schanzenpark und der damit einhergehenden Zerstörung des Wasserturms begonnen. Von Anfang an gab es ein breites Bündnis von AnwohnerInnen, das sich an Aktionen und Demonstrationen beteiligte und es gab und gibt noch immer allgemein einen großen Widerspruch zu diesem Projekt, das nach wie vor ein Symbol für die neoliberale Umstrukturierung städtischer Räume ist.

Darüber hinaus entwickelte sich eine breitere Bewegung gegen die Privatisierung öffentlicher Räume, Umstrukturierung, Vertreibung und Repression.

Bereits während der ganzen Bauphase, die immerhin über zwei Jahre andauerte, wurden mas­sive Polizeikräfte rund um die Uhr im Park postiert, der gesamte Park wurde zum Gefahrenge­biet erklärt.. Auch nach der Eröffnung des Hotels im Sommer 2007 wurde das Parkleben durch die eingesetzten Polizeibeamten reglementiert. In dieser Phase wurden unzählige sog. ver­dachtsunabhängige Kontrollen durchgeführt sowie Hunderte von Platzverweisen (PV´s) erteilt bis hin zum Aufenthaltsverbot.

Seit einigen Jahren ist, zumindest offiziell, das Gefahrengebiet aufgehoben. Nun setzt bei Ein­bruch der Dunkelheit eine regelmäßige Bestreifung durch Beamte des PK16 ein. Menschen, die den Beamten „auffällig“ erscheinen, werden kontrolliert und z.T. mit PV´s versehen aus dem Park gewiesen. Auch auf Zuruf bzw. Anruf der Betreiber des Mövenpighotels („verdächtige Per­sonen“ in der Nähe des Turms) reagieren die Beamten mit o.g. Procedere.

Nach wie vor hält der Widerstand gegen das unliebsame Objekt an. Neben vielen anderen Ak­tionsformen, z.B. Glasbruch im Restaurantbereich, Einbringen von Buttersäure in die Belüf­tungsanlage, Fassadenverschönerung durch Farbe, findet ca. einmal im Monat eine sog. Volx­küche im Schanzenpark am Hotel statt.

Im Rahmen dieser mit 30 bis 50 Menschen gut besuchten VoKü´s werden Transparente aufge­hängt und Flugblätter an die Gäste verteilt, um auf die Problematik der Gentrifizierung hinzu­wei­sen. Obwohl die VoKü´s auf öffentlichen Weg am Hotel stattfinden, wird, sollte sie nicht schon vor Ort sein, die Polizei herbeigerufen. Diese ist nach wie vor gern bereit, als Erfül­lungsgehilfe für einen Privatinvestor zu agieren.

Dies äußert sich darin, dass die VoKü-BesucherInnen regelmäßig von massiven Polizeikräften bedrängt und teilweise unter Schlagstockeinsatz aus dem Sichtbereich der Hotelgäste ge­drängt werden. Dabei kommt es immer wieder zu Verletzungen auf Seiten der VoKü-Teilneh­merInnen sowie Ingewahrsam- bzw. Festnahmen.

Auf Grund des anhaltenden Widerstandes ist es den Hotelbetreibern bis heute nicht gelungen, an ihrer ursprünglichen Planung, große Teile des Parks als Eventfläche zu nutzen, festzuhal­ten.

Es ist notwendig, auch weiterhin durch verschieden, phantasievolle Aktionen die Privatisierung öffentlicher Räume zu verhindern!

Mövenpig wegboßeln!

Fight Gentrification!

Viel Spaß beim Schanzen1/4fest!

V.i.S.d.P.: Hinnark Mück, Op´n Deich 3, 25764 Norddeich